Was sind ND Filter?
ND-Filter steht für „Neutral-Density-Filter“ oder „Neutraldichtefilter“
Andere Filter wollen die einen Teil des Lichtspektrums unterdrücken , z.B. das NIR Licht oder das sichtbare Licht (VIS).
Bandpass-Filter wollen zum Beispiel ganze Wellenlängenbereiche („Bänder“) durchlassen oder blockieren.
Solche Filter verändern typischerweise die Farben im aufgenommenen Bild:
ND Filter sind dagegen „neutral“ und wollen nur die Dichte (Helligkeit) der Wellenlängen gleichmäßig verändern.
Wann verwendet man ND Filter?
Hintergrundausblendung
Weshalb könnte man daran interessiert sein, das Bild z.B. 8mal oder 32mal dunkler zu machen? Man müßte dann ja 8mal oder 32mal länger belichten.
Genau diesen scheinbaren Nachteil kann man ausnutzen: Sind in einer Szene Dinge im Hintergrund die man unterdrücken möchte kann man z.B. einen ND10 Filter verwenden, der das ganze Bild 10x dunkler macht.
Na prima. Jetzt ist auch der Vordergrund verschwunden an dem wir interessiert sind.
Blitzt man aber den Vordergrund, wird der Vordergrund wieder sichtbar, der Hintergrund bleibt aber weitgehend dunkel. Ein Blitzen im normal beleuchteten Raum hätte den Hintergrund erhalten.
Glanzlichter unterdrücken
Bewegt sich ein helles oder glänzendes Licht schnell, müsste man es eigentlich blitzen um Bewegungsunschärfen zu vermeiden. Jetzt wäre das helle Objekt aber überbelichtet. Ein ND Filter hilft.
Abdunkeln des Bildes ohne Auflösungsverlust
Ist ein Bild zu hell, z.B. ein sehr feines, dichtes Streifenmuster direkt vor einer Lampe würde ein starkes Abblenden die feinen Details unsichtbar machen, weil das Airscheibchen linear mit der Blendenzahl wächst. Ein ND Filter behält die Auflösung bei.
Erreiche ich den gleichen Effekt eines ND-Filters auch mit einer größeren Blendenzahl?
Kurzantwort: Nein, die Wirkungsweise und Seiteneffekte sind unterschiedlich.
Welche Vorteile haben ND-Filter vor dem Abblenden des Objektivs?
- Durch das Abblenden erhöht sich als Seiteneffekt die Schärfentiefe.
Möchte man also eine kleine Schärfentiefe beibehalten, aber ein dunkleres Bild haben , bieten sich ND Filter an. - Muss um eine hohe Blendenstufe abgeblendet werden, geht das oft auf Kosten der Auflösung, weil die Größe des Airyscheibchens linear von der Blendenzahl abhängt.
Braucht man ein dunkleres Bild unveränderter Auflösung sollte man also einen ND filter benutzen.
Achtung, Falle!
Es gibt zwei Schreibweisen für ND-Filter Angaben, die sich komplett unterscheiden:
Angaben wie ND8 oder ND1000 bezeichnen einen Filter der 8 bzw. 1000mal längere Belichtungszeit benötigt.
Die gleichen Filter werden manchmal mit ND3.0 und ND10.0 bezeichnet, mit 3 Blendenstufen bzw. 10 Blendenstufen, oder mit 3 oder 10 „stops“.
Um ein gleichhelles Bild zu erhalten muss man bei jeder Stufe um Faktor 2 länger belichten
Kann man ND-Filter stapeln?
Ja, dabei addiert sich die Anzahl der Stops, multipliziert sich aber die Belichtungzeitfaktoren.
3mal länger belichten nach 3 mal länger Belichten = 6 mal länger belichten
2^2 = 4mal länger belichten nach 2^2= 4 mal länger Belichten = 2^4 = 16 mal länger belichten
N3.0 + N2 = N8 + N2 = N10
2^3 = 8 mal länger belichten nach 2 mal länger belichten = 10 mal länger belichten.
Dabei ist ND10 = 2^3.32 länger belichten = ND3.2
Es muss immer gefragt werden was der andere erreichen möchte, sonst kann man sehr leicht aneinander vorbeireden.
Fragt man selbst nach ND Filtern, dann am besten immer gleich dazu sagen, wie viel mal länger man belichten möchte.